Eine kleine Einleitung

Futter für die Ohren
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Herakles
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Eine kleine Einleitung

Jan 2014 23 00:26

Beitrag #1 von Herakles » Do 23. Jan 2014, 00:26

Als ich noch ein junger "Rüde" war, verzauberte mich schon die Musik und die erforderlichen Geräte. Frühzeitig begann ich mit elektronischen Basteleien und kämpfte mich durch Fachbücher um mein Wissen zu erweitern. Die Ergebnisse waren dann selbst gebaute Lichtorgeln für die Heimdisco, Verstärker aus Bausätzen zusammen gelötet und natürlich Lautsprecherboxen. Dieses Hobby begleitet mich nun schon 35 Jahre lang und flammt immer wieder neu auf.
Es gibt eine große Fangemeinde im Internet, die sich wie ich mit dem Thema DIY-HiFi (do it yourself-Highfidelity) beschäftigen.

Da sich der Konsum von Musikgeräten meiner Meinung nach zum Nachteil gewendet hat, baue ich mir meine Komponenten gerne selbst. Ware aus den einschlägigen Märkten sind von einer derart schlechten Qualität und vollkommen überteuert. Da wird billigste in China produzierte Ware in tolle haptische Gehäuse verfrachtet und geschickt über Prospekte vermarktet, die eine Größe von einen Flurteppich haben. Geiz ist halt geil! Soll nicht viel kosten, klein sein, aber den Klang eines 3D-Kinos haben. Dann wird das ganze mit übel gewandelten mp3-Songs gefüttert und man erfreut sich an dieser Anlage, weil sie ja richtig Geld gekostet hat. Die muss ja gut sein.

Nein!.... Nicht mit mir....das hat nichts mit Musik zu tun! Das ist Folter für die Ohren.

Nun gibt es noch die HiFi-Highend-Läden, wo man der Meinung ist, seinen Ansprüchen gerecht zu werden. Leider sind auch diese eine Enttäuschung. Hier wird ja noch mehr gelogen und betrogen als in den großen Märkten. Hier macht man es nur auf allerhöchstem Niveau und mit Erfolg. Der potente Käufer lässt sich mit Geschick des Verkäufers Anlagen aufschwatzen, die zwar wertig sind aber noch weit von wirklich "audiophil" entfernt sind. Diese Geräte müssten laut heutigem akustischen Wissen ja annähernd gleich klingen. Aber nein, die sind so gesoundet, wie der Hersteller sich den besten Klang vorstellt. Nun muss der Kunde wählen, was nach seinem Geschmack das Beste ist. Das muss dann aber nicht unbedingt einem realistischen Klang von Instrumenten und Gesang entsprechen. Also ist man endlos auf der Suche nach der akustischen Wahrheit.
Der Name des Herstellers muss auch irgendwie extravagant klingen und darf gerne den Namen des Firmengründers mit enthalten (muss aber nicht). Der Name des Produkts hingegen darf neben Phantasieworten gerne auch den Titel einer berühmten Oper, Symphonie oder eines berühmten Musikers enthalten. Zusätze, gerne der Griechischen Mythologie o. ä. entliehen, schaden nicht. Ein richtiges High-End-Netzkabel könnte daher heißen "Xanturios Aida Omikron Mark III", der Hersteller "Polthammer & Claisen Klangmanufaktur"
Gutmütige, zu reiche alte Säcke, oder gutgläubige Hinterher-Renner, die dann auch noch sparen müssen, um sich einen unnützen Quark anzuschaffen. Darüber wird dann gerne mit Gleichgesinnten gefachsimpelt (wie bei jedem Hobby), allerdings bei den Audiophilen (im Gegensatz z.B. zu wirklich technischen Hobbys) auf technisch unglaublich unbedarftem Niveau. Bei einigen Argumenten und Erläuterungen aus solchen Kreisen bekommt man ja Schreikrämpfe und wundert sich, wie die letzten 200Jahre Elektrotechnik dermassen an einem Menschen vorbeigegangen sein können.
Adiophil bedeutet, Töne oder Musik so authentisch wie möglich wiederzugeben. Audiophil steht auch für ein Lebensfühl und, ganz der eigenen Erwartungshaltung folgend. Aber bitte mit gesundem Menschenverstand.

Mein Fazit aus diesen und weiteren gesammelten Erfahrungen ist: Man kann auch mit kleinem finanziellen Einsatz einen akustischen Orgasmus beim hören in den eigen vier Wänden erlangen.
Aber bitte wieder Zeit dafür nehmen. Gemütlichen Platz einrichten, gute Aufnahmen einlegen und Augen schließen, dann stehen die Musiker auch mitten im Raum.

Hier möchte ich meine HiFi-Projekte vorstellen, Tipps zum Kauf von Geräten und Lautsprechern geben oder akustische Leckerbissen zum Geniessen vorstellen.

Ich fange mal mit meinen Lautsprechern an, die ich später noch weiter beschreiben werde.
Diese sind nach einer Bauanleitung "TangBand Flat 5-Br" einer renomierten HiFi-Zeitung selbstgebaut und designed.

Dieses Bild ist eine Fotomontage von mir, das Zimmer ist nicht unser Wohnzimmer und die Dame ist nicht Minerva aber die Lautsprecher sind meine kleinen Schätze. :21:
Sie wurden von mir auf "barock acoustica" getauft.

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Liebe Grüße
Herakles

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Was ist denn nun Highend-HiFi?

Jan 2014 23 00:44

Beitrag #2 von Herakles » Do 23. Jan 2014, 00:44

Vorab ,dies ist kein Ratgeber im üblichen Sinne ,sondern eher eine leicht humorvolle Beschreibung dieses immer wieder gebrauchten und oft missbrauchten Schlagwortes.

Die High End Fraktion:

1) Die Prestige High Ender
Diese Spezies ist meist gut betucht und meint ,dass High End erst ab einer Preisklasse anfangen kann ,wo sich normale Menschen Autos ,des öfteren sogar mal ein Häuschen leisten .
Nicht selten ist ihr bester Freund ,der ortsansässige Bankier ,bei dem diese Menschen bald öfter Kunden sind als im High End Studio .
Geräte von der Stange kommen für sie nicht in Frage ,nicht selten sind ihnen Markennamen wie Accuphase ,Krell oder Genesis wichtiger ,als das was am Ende an Musik aus ihrer Anlage kommt .
Apropos Musik ,auch hier darf es natürlich nur audiophiles sein ,von auserlesenen "Künstlern" ,bei denen die Tonträger unter 35 Euro pro CD gerade mal anfangen .
Hifi Händler lieben solche Menschen ,können sie ihnen doch jederzeit den überteuertsten Mist andrehen ,Hauptsache sie versichern glaubhaft ,das es sich um Geräte handelt ,welche nur dem erlesensten Kenner der Materie bekannt sind und dort als absoluter Geheimtipp gehandelt werden .

Bei Ebay erkennt man sie meist an ihren Auktionen ,die fast immer den Satz "Kennern brauch ich zu diesem Gerät nix zu sagen " beinhalten .

2) Die Protz High Ender
Das sind die Leute ,bei denen vor Anschaffung der Anlage die Statik der Böden insbesondere ihre Tragfähigkeit festgestellt werden ,muss .
Ohne Kühlschrank große Boxen , Mono Blöcken von wenigstens 50 Kilo das Stück und CD Playern der Bleiklotz Klasse geht bei ihnen gar nix .
Bei dem Wort Kunststoff an Hifi Geräten bekreuzigen sie sich ängstlich und suchen nach Knoblauch zum umhängen .
Für sie muss eine Anlage nicht nur klingen (Bässe das die Wände wackeln und in den Höhen ist jedes Glas dem Tode geweiht ) sondern auch nach was aussehen und vor allem was wiegen .
Gehäuse aus denen normaler Weise Tresore gefertigt werden und Wattzahlen mit denen man an sich ganze Mehrfamilienhäuser versorgen kann ,sind für sie der Stoff aus dem die Träume sind .

Bei Ebay beinhalten die technischen Angaben ihrer Geräte zu 99 % ausschließlich Ausgangsleistung ,Gewicht und Maße ,alles andere is eh unwichtig ,das muss drücken im Gesicht !!!

3) Die Zubehör High Ender
Eine gaaanz spezielle Gattung ,ihr Hörraum ähnelt meist beinahe einem Zauberlabor wie man es sonst eher in Harry Potters Filmen zu Gesicht bekommt .
Nicht selten findet man bei ihnen ziemlich alte und preisgünstige Geräte ,aber die Liste ihres Zubehörs ,angefangen vom völlig überteuerten Kabel bis hin zu allerlei "klangfördernden" Tinkturen zur Kontaktverbesserung ist enorm .
Auch diese Fetischisten sind bei Händlern außerordentlich beliebt ,sie sind die Kandidaten für den Schrott den sonst keiner wirklich kauft .
Besonders das neue Superkabel aus 99,9999999999999999999999999% Reinkupfer ,eigentlich für die nächste Marsexpedition gedacht mit Mund geblasener Glasfaserumhüllung und 35 facher Spezialabschirmung weckt garantiert ihr Interesse .

Bei Ebay immer dann zu finden ,wenn es derlei Schnickschnack zu versteigern gilt ,bietet bitte auf ihre Sachen mehr als einen Euro ,ansonsten könnte es passieren ,das sie sich anschließend die Kugel geben ,weil die Welt sie nicht versteht .

4) Die Puristen High Ender
Sie sind eigentlich das genaue Gegenteil der Protz High Ender ,wenn an ihren Geräten außer dem Einschaltknopf mehr als drei weitere Funktionen zu bedienen sind werden die echt unruhig ,die reine Seele des Klanges könnte bedroht sein .
Ihre Geräte stammen des öfteren aus England und meinen den fehlenden Komfort durch auserlesene Bauteile kompensieren zu können ,komisch nur das auf den Geräten dann oft "Designed in England" und "Made in China " draufsteht ,wo man sich am Ende nicht mal sicher sein kann ,ob die selektierten Bauteile denn auch wirklich Originale sind .
Derlei Puristen behaupten standfest ,dass ihre 30x20x10 cm großen 2 Wege Regalboxen auch dann noch nennenswerte Bässe produzieren ,wenn deren Membranen schon vor den Brüllwürfeln auf dem Fussboden gelandet sind .

Was solls ,bei Ebay findet man sie meist in den Auktionen ,wo Geräte mit dem Charme einer Tupper Ware Dose versteigert werden ,welche aber enorme Klangwelten dem geneigten Käufer erschließen.....versprochen !!

Tja ,was High End nun aber ist ,darüber sind wir immer noch nicht schlauer .

Einigen wir uns einfach auf die ursprüngliche Bedeutung ,dass technisch machbare !!!
Nur ist dies eben nie absolut zu verstehen ,denn das technisch machbare wird eben ganz
individuell vom eigenen Hörgeschmack ,dem eigenen Geldbeutel und dem Raum bestimmt in
dem eure High End Anlage spielen soll .

Lasst euch also keinen Blödsinn erzählen ,High End bedarf keines Großkredits ,keiner Anlieferung
mit dem Gabelstabler und gut bedienbar dürfen die Geräte auch ruhig sein .
Zubehör in einem vernünftigen Rahmen und passend zur Preisklasse der Geräte kann sicher positiv
ergänzen aber Schrott in Gold kann es auch nicht verwandeln .

Wenn ihr also in eurem Hörraum sitzt und meint ganz persönlich für euch das technisch machbare
erreicht zu haben und einfach den Klang genießen könnt ,dann habt ihr völlig egal was für Geräte
da bei euch stehen eines erreicht .

Ihr nennt eure ganz persönliche High End Anlage euer eigen .
Liebe Grüße
Herakles

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Das Geheimnis meiner Lautsprecher

Jan 2014 23 01:39

Beitrag #3 von Herakles » Do 23. Jan 2014, 01:39

Hier das originale Bild meiner Schallwandler in meinem kleinen Tonstudio.

Bild

Hier gibt es ein Keybord, Studiosoundkarte und Kondensatormikrofon für Gesangsaufnahmen, kleine Studiomonitore zum Abmischen und zum Entspannen einen Highend-Selbstbauverstärker mit meinen beiden Barock Acustika.
Gebaut wurden sie aus MDF Platten, teilweise selber mit echtem Eichenfurnier aufgeleimt und lackiert. Die Front und Rückseite wurde sauber mit einer hochwertigen Tapete beklebt und mit Tischlerlack mehrfach versiegelt.
In ihr spielt ein hochwertiger Breitbandlautsprecher, der seines Gleichen sucht. Weiter ist nichts verbaut. Keine Weiche oder sonstigen Bauteile. Ein kleines Wunderwerk der akustischen Berechnungen.
Wo nichts drin ist, kann auch nichts schlecht klingen oder verfärben. Man muss es sich wie Instrument vorstellen, das nur so gut klingt, wie sein Korpus gebaut ist.
Der Klang ist umwerfend, man sitzt in der ersten Reihe bei Livemusik. Der Interpret steht vorne auf der Bühne und singt nur für dich. Trotzdem gibt es eine Tiefe und Räumlichkeit die ich so vorher nicht kannte. Alte Aufnahmen aus den 70er und 80er Jahren kann ich jetzt ganz neu kennenlernen. The flying Pickets mit ihren genialen Stimmen sind ein Hochgenuss. Dire Straits Brothers in Arms Album haut einen vom Stuhl.
Für verhältnismässig wenig Geld, aber etliche Arbeitsstunden habe ich Lautsprecher, für die man sonst ziemlich lange sparen muss.
Der WAF "Woman acceptance factor" (zu Deutsch etwa Weiblicher Akzeptanz- bzw. Zustimmungsfaktor) ist sehr hoch, da sie sehr flach sind und sehr dicht an der Wand stehen sollten.
Bei gutem Verstärker ist ein Subwoofer nicht unbedingt erforderlich, da ein angemessenes Bassfundament vorhanden ist .
So, nun genug geschwärmt!
Liebe Grüße
Herakles

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