Die Sonne im Jahr 2017

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Die Sonne im Jahr 2017

Apr 2017 01 16:48

Beitrag #1 von HUK » Sa 1. Apr 2017, 16:48

Hallo allerseits,

nach dem eine ganze weile die Sonne fast fleckenlos war, gab es jetzt doch mal wieder was interessantes zu sehen. Aber es war wie immer, als ich angefangen hatte, alles aufzubauen, war der Himmel schön blau. Al ich fertig war, zogen Schleierwolken auf.
Ständig musste ich die Aufnahmewerte verändern. Es war sowieso erstaunlich, dass trotz Wolken etwas zu erkennen war.
Bilder sind nicht ausgerichtet.

Die ersten zwei Bilder sind mit einem Spiegelteleskop (20cm Öffnung, 100cm Brennweite) aufgenommen. Zum abschwächen des Lichtes dient eine spezielle Folie (hauchdünn, auf beiden Seiten mit Aluminium bedampft). Als Kamera war eine Webcam im Einsatz.
Beim zweiten Bild wurde die Brennweite verdoppelt.

Bild

C8-Newton, fokal, DMK51, Folie

Bild

C8-Newton, fokal 2X Barlow, DMK51, Folie

Die nachfolgenden Aufnahmen sind mit einem Sonnenteleskop gemacht. Durch spezielle Filter wird nur, sehr schmalbandig, rotes Licht durchgelassen.

Bild

Lunt80, Okularprojektion, DMK51

Bild

Lunt80, Okularprojektion, DMK51

In den Sonnenflecken ist die Oberfläche um zirka 1000 Grad kühler. Das sind dann nur noch etwas über 4000 Grad.

Da durch die dünne Wolkendecke der Kontrast stark gesunken war, hatte Registax an den Rändern Probleme. Dadurch etwas weniger Schärfe am Rand.

Bei den letzten zwei Bildern ist sehr schön zu erkennen, wie starke Magnetfelder (gehen von den Flecken aus) die Strukturen der Oberfläche formen. Das ist so ähnlich, als ob man mit einem Magneten Eisenspäne anzieht. Da entstehen ähnliche Strukturen.

Und natürlich die übliche Warnung, nicht versuchen solche Aufnahmen selber zu machen. Ohne entsprechende Ausrüstung ist es tötlich für die Augen und die Kamera.
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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Apr 2017 01 19:30

Beitrag #2 von Ernie » Sa 1. Apr 2017, 19:30

Echt jetzt :12: , ist das wirklich die Sonne und kein Aprilscherz :33:
LG Ernie :56:

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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Apr 2017 01 20:20

Beitrag #3 von HUK » Sa 1. Apr 2017, 20:20

Das ist die Sonne, auch noch am 2. April.
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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Apr 2017 01 20:50

Beitrag #4 von roswitha » Sa 1. Apr 2017, 20:50

HUK, ich mag die Bilder immer wieder gerne anschauen, einfach wunderschön. :65:
Danke für die Erklärung dazu. :6:

Ernie, es ist wirklich kein Aprilscherz, solche tollen Bilder gibt es noch mehr hier im Forum. :65:
Liebe Grüße roswitha



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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Apr 2017 02 08:32

Beitrag #5 von Ernie » So 2. Apr 2017, 08:32

Viele Dank, das werd ich mit Begeisterung verfolgen :73:
LG Ernie :56:

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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Apr 2017 02 14:53

Beitrag #6 von HUK » So 2. Apr 2017, 14:53

Hallo allerseits,

ist das wirklich die Sonne und kein Aprilscherz


Heute habe ich etwas mehr Zeit, mal ein paar Worte dazu.

Die Sonne ist nicht nur eine kleine hell gelbe Scheibe am Himmel. Da ist immer ziemlich viel los. Irgend wie muss ja die Wärme und das Licht entstehen, dass es uns ermöglicht, hier auf dieser Erde zu leben.
Motor des ganzen ist eine Kernfusion im Inneren der Sonne. Hier ist der Druck so hoch, das Wasserstoffatome zu Heliumatomen zusammengepresst werden. Dabei wiegen aber die Ausgangsmaterialien mehr als das Endprodukt. Materie kann aber nicht einfach verschwinden. in diesem Fall wird sie in Energie umgewandelt. Diese Energie braucht jetzt mehrere tausend Jahre um bis an die Oberfläche der Sonne zu gelangen.
Wenn man in einen Topf mit kochenden Wasser schaut, dann kann man einen ähnlichen Vorgang beobachten, wie auf der Oberfläche der Sonne. Nur dass da nicht Wasser kocht, sondern stark zusammen gepresster Wasserstoff die Wärme noch oben transportiert.
Statt des "Geblubber" im Wassertopf sieht man sogenannte Granulen. Das sind auf den ersten zwei Bildern die vielen kleinen Flecke auf der Oberfläche.

Für das weitere Verstehen spielen zwei Umstände eine Rolle. Zum ersten ist die Oberfläche so heiß, dass der Wasserstoff ionisiert ist. Das bedeutet er ist elektrisch leitend. Zum zweiten ist die Rotationsgeschwindigkeit, je nach Breitengrad, unterschiedlich.
Dadurch werden, wie in einem Dynamo, Elektrische Ströme erzeugt. Die haben wiederum Magnetfelder zur Folge. In diesen Magnetfeldern sind enorme Mengen von Energie gespeichert.
Treten diese Magnetfelder an der Oberfläche auf, dann behindern sie den Wärmeaustausch. Dadurch entstehen dunkle Flecke, die sogenannten Sonnenflecke. Auf den ersten beiden Bildern schön zu sehen.

Die Aktivitäten auf der Sonnenoberfläche unterliegen einem 11-Järigen Zyklus. Momentan nähern wir uns dem Minimum. Deshalb war es interessant, das überhaupt Flecke zu sehen waren.

Jetzt zu den beiden unteren Bildern. Wenn man Wasserstoff sehr stark erhitzt, dann kann sein Elektron ein höhere Energie-Niveau einnehmen. Dieses behält er aber nicht lange, sondern strahlt es als Licht wieder ab. Dieses Licht hat eine genau definierte Wellenlänge.
Dieses Licht ist tief rot. Mit geeigneten Filtern kann man Teleskope bauen, die nur genau dieses Licht durchlassen. Dadurch kann man die Strukturen des Wasserstoff erkennen. Ansonsten sieht man nur die thermische Strahlung der Oberfläche.
Interessant ist dabei, die Wechselwirkung zwischen dem Wasserstoff und den Magnetfeldern. Besonders ausgeprägt ist das bei den Sonnenflecken.
Da es sich hierbei um das Licht des Wasserstoffes und seinen untersten Energiesprung handelt, spricht man hier vom H-Alpha Licht.
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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Apr 2017 02 17:27

Beitrag #7 von Ernie » So 2. Apr 2017, 17:27

Hans-Ulrich bist Du ein "Studierter", weil Du soviel über die Sonne zu erzählen weißt :33:
Ich freu mich wenn sie scheint, aber was da oben sonst noch passiert, von dem hab ich keinen Schimmer :9:
Danke für die ausführliche Erklärung
LG Ernie :56:

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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Apr 2017 02 20:42

Beitrag #8 von roswitha » So 2. Apr 2017, 20:42

HUK, Danke für die ausführliche und anschauliche Erklärung. :6:

Mir geht es wie Ernie, ich freue mich über die Sonne. Habe aber keinen Schimmer was da oben passiert. :9:
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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Apr 2017 30 18:32

Beitrag #9 von HUK » So 30. Apr 2017, 18:32

Hallo allerseits,

auch wenn auf der Sonne zur Zeit nicht sehr viel los ist, habe ich heute den wahrscheinlich einzigen Tag mit klaren Himmel genutzt um mal wieder einen Blick auf die Sonne zu werfen.

Kurz bevor die Sonnenflecken 12651 und 52 hinter dem Rand verschwinden:

Bild

C8-Newton, Baderfolie, DMK51 fokal

Die Umgebung vom Sonnenfleck 12653 In H-Alpha

Bild

Lunt, DMK51, Okularprojektion 20mm Plössel 40 mm Abstand

Die "Schwarze Schlange" ist Protuberanz (Massenauswurf) von oben betrachtet.
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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Apr 2017 30 19:36

Beitrag #10 von Ernie » So 30. Apr 2017, 19:36

Eigentlich versteh ich nur "Bahnhof", aber mir gefällts - ist irgendwie spannend :73:
LG Ernie :56:

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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Apr 2017 30 20:58

Beitrag #11 von roswitha » So 30. Apr 2017, 20:58

HUK, Danke für die tollen Bilder. Ich finde das auch immer wieder spannend und Deine Erklärungen sind super.
Auch wenn ich wahrscheinlich nicht viel davon behalte, es fehlt wohl das große Interesse daran. :9: Aber die Bilder schaue ich mir immer wieder gerne an. :6:
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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Mai 2017 18 08:48

Beitrag #12 von HUK » Do 18. Mai 2017, 08:48

Hallo allerseits,

normalerweise hätte ich bei einem solchen Himmel wie heute nicht aufgebaut. Ständig zogen Wolken durch und die Durchsicht dazwischen war auch nicht gut. Auch wenn man keine Wolken sah, änderte sich ständig das Histogramm. Es war auch nur ein Versuch. In der Beschreibung des Kalium-Filter stand, dass ein visueller Folienfilter zu dunkel ist. Ehe ich jetzt einen neuen baue, wollte ich das erst mal testen. Am C8-Newton reicht die normale Folie aus. Ich bin in dem Bereich, so wie bei H-alpha, 1/120 sek, Verstärkung auf ein drittel.
Das ist dabei raus gekommen:

Bild

C8-Newton, Baderfolie (visuell), Kalium-Filter, DMK51, 3 X 800 Bilder

Der Kontrast war noch ziemlich mau, dass wird aber wahrscheinlich an der schlechte Durchsicht gelegen haben. Was mir noch aufgefallen ist, die Randabdunklung ist deutlich größer als im Weißlicht.
Der Kalium-Filter zeigt andere Strukturen als sie im Weißlicht oder H-alpha zu sehen sind.
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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Mai 2017 18 21:05

Beitrag #13 von roswitha » Do 18. Mai 2017, 21:05

HUK, das sieht für mich toll aus.
Erklärt hast Du es auch gut, nur ich gebe zu, ich verstehe nur Bahnhof. :9:
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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Mai 2017 19 11:10

Beitrag #14 von HUK » Fr 19. Mai 2017, 11:10

ich verstehe nur Bahnhof.


Und wann fuhr der nächste Zug?

__________________________________________________

Eine Übersetzung der Begriffe:


C8-Newton -> Spiegelteleskop, der Spiegel hat einen Durchmesser von 8 Zoll (20 cm) und eine Brennweite von 100 cm.

Baderfolie (visuell) -> Hauchdünne Folie die auf beiden Seiten mit Metall bedampft ist. Sie verringert die Sonnenstrahlung um den Faktor 10000 und wird vor das Teleskop montiert.

Kalium-Filter -> Dieser Filter lässt nur das Licht des ionisierten Kalium durch. Die Durchlassfarbe liegt am hohen Ende von Blau. Junge Menschen können das noch erkennen, ich nicht mehr. Aber dafür habe ich ja die Kamera.

DMK51-> Webcam mit einer sehr hohen Auflösung. Liefert aber nur Schwarz/Weiß-Bilder

3 X 800 Bilder -> Es wurden drei Filme mit jeweils 800 Bilder aufgenommen. Jedes Paket wurde aufsummiert und der Mittelwert gebildet. Das Verringert das Rauschen und zeigt mehr Details. Die drei fertigen Bilder wurden dann zu einem Panorama zusammen gesetzt.

Der Kaliumfilter zeigt einen anderen Bereich der Oberfläche der Sonne zwischen dem Bereich der H-alpha Bilder (ganz oben) und dem Weißlicht (ganz unten).
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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Mai 2017 19 21:27

Beitrag #15 von roswitha » Fr 19. Mai 2017, 21:27

HUK, Danke nochmal für die Erklärung der Begriffe. :6:

Aber es liegt nicht an Deinen Erklärungen, die sind wirklich sehr gut. :65:
Es liegt wohl eher daran, das ich mir das nicht merken kann oder eben will, weil das Interesse fehlt.
Ich finde Deine Bilder schön und bewundere auch was Du machst, nur eben näher damit beschäftigen, dazu fehlt mir die Geduld. :9:
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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Mai 2017 20 08:36

Beitrag #16 von HUK » Sa 20. Mai 2017, 08:36

Hallo Roswitha,

ist doch alles kein Problem. Ich habe auch nicht damit gerechnet, dass jetzt alle los stürmen, um bei Teleskopservice sich ein Sonnenteleskop zu kaufen.

Im Original sind die Beiträge für ein Astronomieforum. Ich vergesse manchmal, das hier die Interessen etwas anders sind. Ich freue mich, wenn ihr die Bilder interessant findet. Deshalb werde ich auch immer (wenn ich es nicht vergesse) wieder Erklären, was auf den Bildern zu sehen ist und auch das "drum herum". Es muss sich also keiner irgend welche Details merken.

Die Sonne ist immer wieder ein interessantes Objekt, das möchte ich mit den Bildern zeigen. Letztendlich hängt ja auch unsere Existenz von diesem Stern ab.
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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Mai 2017 20 11:17

Beitrag #17 von Ernie » Sa 20. Mai 2017, 11:17

Danke Huk, ich freu mich über die Bilder, denn bis dato ergeht es mir so wie Roswitha " versteh auch nur Bahnhof" :D
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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Mai 2017 29 08:14

Beitrag #18 von HUK » Mo 29. Mai 2017, 08:14

Hallo allerseits,

Man freut sich ja schon, wenn auf der Sonne ein kleiner Klecks zu sehen ist. Wenn ich richtig nachgesehen habe, müsste das der Bereich um 2659 sein. Die Bilder müssten noch um 90 Grad gegen Uhrzeigersinn gedreht werden.
Durchsicht war ausgezeichnet, Seeing wie immer sehr schlecht. Das liegt leider am Standort, die Stadt in Richtung Sonne, das flimmert immer.

Bild

C8-Newton, Baderfolie (visuell), DMK51 fokal, der Heligkeitsgradient auf 2/5 reduziert.

Bild

C8-Newton, Baderfolie (visuell), DMK51 3 X Barlow

Bild

C8-Newton, Baderfolie (foto), DMK51 3 X Barlow, K-Filter

Etwas Erklärung dazu gibt es heute Abend.
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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Mai 2017 29 16:50

Beitrag #19 von HUK » Mo 29. Mai 2017, 16:50

Wie angedroht etwas Theorie:
Die Oberfläche (soweit man bei einer Gaskugel davon sprechen kann) besteht aus mehreren Schichten. Die unterste, für uns sichtbare ist die Photosphäre. Das sieht man im Weißlicht. Wenn man mit einer Sonnenfinsternis-Brille in die Sonne schaut, dann sieht an diese.
Wenn große Flecke auf der Sonne sind (zur Zeit des Maximum) dann kann man die sogar so erkennen.
1000 km darüber liegt die Chromosphäre. Die kann man nur im Licht des H-Alpha (ionisierter Wasserstoff) sehen. Das geht nur mit speziellen Teleskopen. Da kann man dann die Protuberanzen (Materiauswürfe) erkennen.
In der Mitte dazwischen liegt der Bereich in dem das Calcium strahlt. Das ist ein tief blaues Licht, dich am UV-Licht. Das filtert man mit dem K-Filter heraus. In diesem Bereich sind die Flammenfelder um die aktiven Gebiete gut zu erkennen. Allerdings geht das nur mit einer Kamera.
Visuell ist das kaum noch zu sehen.

Beim ersten Bild habe ich geschrieben, dass der Heligkeitsgradient auf 2/5 reduziert wurde. Darunter ist folgendes zu verstehen. Die Helligkeit der Sonne nimmt zum Rand stark ab. Dadurch ist es schwierig Details abzubilden. Erhöht man den Kontrast, werden Teile des Bildes übersteuert.
Deshalb wird ein Bild von der Sonne erzeugt, in dem nur die Helligkeit und keine Detail zu sehen sind. Dieses wird vom Original abgezogen. Danach kann der Kontrast erhöht werden.

Bild 2 und 3 sind mit einer Barlow aufgenommen worden. Eine Barlow ist eine Linsenkombination, die die Brennweite des Teleskops verlängert. In diesem Fall von 100 cm auf 300 cm.

Dann wäre noch das Seeing zu klären. Darunter versteht man die Luftunruhe. Diese führt zu Verzerrungen des Bildes.

Ich habe mal 6 aufeinander folgende Aufnahmen zu einer Animation zusammengefasst. Belichtungszeit war 1/100 sek. Zentriert auf den großen Fleck, man beachte mal den Rand der Sonne.

Bild

Der original Film bestand aus 800 Bildern. Der Rechner sucht dann die Besten aus und addiert diese.
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Re: Die Sonne im Jahr 2017

Mai 2017 29 20:46

Beitrag #20 von Ernie » Mo 29. Mai 2017, 20:46

Wow, da kann man die Hitze sogar sehen :73:
LG Ernie :56:


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